Auf Betreiben von Elisabeth Swoboda vom Igelkrankenhaus Stocksberg hat sich die Claus GmbH dazu entschlossen, eine Igelmilch zur Handaufzucht von Jungigeln zu entwerfen. Es besteht zum Igelkrankenhaus und Frau Swoboda eine jahrzehntelange vertrauensvolle Zusammenarbeit und der Bedarf für eine Igelmilch bei Igelstationen ist definitiv vorhanden.
Für die Handaufzucht von Igeln wurden in der Praxis seit vielen Jahren Ersatzmilch für Katzen oder Hunde verwendet. Das Problem besteht darin, dass diese Produkte für Igel zu wenig Fett und Eiweiß enthalten, auf der anderen Seite aber Laktose, die Igel nicht vertragen.
Zielsetzung
Wir verwendeten die Informationen, die uns Frau Swoboda sowie einige andere Igelstationen zur Verfügung gestellt hatten. Zudem haben wir Zugriff auf wissenschaftliche Literatur und arbeiten eng mit einem Biologen zusammen, der auf Futtermittelproduktion spezialisiert ist.
Uns stehen die wissenschaftlichen Grundlagen der Zusammensetzung natürlicher Igelmilch zur Verfügung und ein Rezept einer Eigenmischung, die viele Igelstationen schon für sich verwenden hatten.
Die Zielwerte für die Nährstoffe sind gerechnet auf 100 g:
Rohprotein (g) 16,0 ± 3,7 Rohfett (g) 25,5 ± 9,2 Laktose (g) 0,07 ± 0,04
Umsetzung
Aus den bereit gestellten Informationen stellten wir eine Rezeptur zusammen, die folgende Anforderungen erfüllen mussten:
- Die geforderte Nährstoffzusammensetzung soll möglichst genau getroffen werden
- Die Rezeptur soll möglichst laktosefrei sein
- Die Ersatzmilch soll sich einfach verarbeiten und verabreichen lassen
- Die Igel sollen die Milch problemlos aufnehmen und verwerten können.
Die vorgegebenen Milchprodukte waren nicht in laktosefreier Version erhältlich, Es mussten daher Ersatzprodukte gefunden werden, die den Anforderungen an den
Proteingehalt erfüllen, aber laktosefrei sind.
Ein weiteres Problem war die Beigabe von Fett. Da es sich bei dem neuen Produkt um ein Pulver handelt, das mit Wasser angerührt wird, konnten wir nicht mit flüssigen oder pastösen Ölen und Fetten arbeiten. Die einzige erhältliche pulverförmige Möglichkeit ist Rinderfettpulver, das aber auf Grund seiner ungünstigen Fettsäurenverteilung ausscheidet.
Nach Recherchen bei Lieferanten und vielfachen Rücksprachen mit einem beratenden Biologen kamen wir auf folgende Zusammensetzung:
Eigelbpulver, Volleipulver, Caseinpulver, Molkeproteinisolat laktosefrei, Vitamin- und
Spurenelemente-Vormischung, Dicalciumphosphat, Präbiotika
Durch das Casein- und das laktosefreie Molkepulver erreichen wir einen sehr hohen Eiweißgehalt und einen Laktosegehalt von unter 1%, was nach Futtermittelrecht als laktosefrei bezeichnet werden darf.
Der hohe Fettgehalt muss nach dem Mischen mit Wasser in Form von hochwertigem Pflanzenöl durch den Anwender selbst dazu gegeben werden.
Das Volleipulver liefert ein breites Spektrum an tierischen Aminosäuren und Fettsäuren. Das
enthaltene Eigelbpulver liefert ebenso tierische Fett und dient, neben seinen wertvollen
Inhaltsstoffen, auch als Emulgator, der bewirkt, dass sich das Öl nicht so schnell auf der wässrigen Lösung absetzt.
Die Zusätze (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Aminosäuren) versorgen die Milch mit allen notwendigen Mikronährstoffen, die Präbiotika sorgen für eine stabile Darmflora und ein damit verbundenes gutes Immunsystem.